Reisebericht Baltikum

Swinemünde – und fast schon Zuhause

Sturmwolken am Strand von Swinemünde in Polen

Freitag in Swinemünde. Hier schaffen wir unseren ersten Sonnenuntergang.

Sonnenuntergang am Strand von Swinemünde in Polen

Mein Eindruck: Das Lloret de Mar der Ostsee für Rentner. Wir sind ratlos.

Der Wind ist noch nicht da.

Aber wohin? Wir machen einen ausgiebigen Strandspaziergang und finden einen Irish Coffee mit fettem Kuchen. Zufrieden beratschlagen wir, was zu tun sei. Es gibt die folgenden Optionen: Warten auf Wind (die gibt’s immer im Kitesurf Dasein), die Sauna in einem der Wellness Hotels besuchen, oder in die Ostsee Therme Usedom gehen. Die hat leider den Nachteil, dass man auf dem Parkplatz nicht über Nacht mit dem Wohnmobil stehen darf. Also checken wir den Aqua Park des Radisson Blu Resort Swinoujscie: Den Baltic Par Molo. Das ist eine tolle Anlage mit tollen Preisen. Etwas niedergeschlagen schleichen wir zurück und dann setzt der Wind ein.

Kitesurfen in Swinemünde

Jawohl, jetzt geht es los. Und der Wind ist böig, und ruckelt und zuckelt am Kite und ist viel zu stark. Und die Wellen, laut Kitespot Finder sind sie langgezogen und fließen mit gebührendem Abstand dahin, sind ca. 2 Meter hoch und prallen in kurzem Abstand auf uns ein. Ganz schön anspruchsvoll. Heijeijei, wir wechseln uns ab, da wir an dieser Ecke allein am Strand sind und passen aufeinander auf… Ab und zu passt auch das DLRG auf uns auf, dazu kommt es extra auf dem Quad angeschossen mit Skibrille im Gesicht gegen den Sandflug.

Jetzt ist es so richtig schön. Obwohl die Parkplätze zu teuer sind, die Strassen zu schlecht und die Bettenburgen zu viel. Und an jeder Ecke wird neu gebaut. Ein Investitions Paradies.

Radisson Blue Hotel in Swinemünde

Suchbild: Wer findet den einsamen Gast auf dem Balkon im Radisson Blu in Swinemünde?

Dazu die Straßen Hölle. Ein Labyrinth von Einbahnstraßen setzt unser Navi außer Gefecht.

Womoplatz im Schatten vom Kurhotel

Dann finden wir den Wohnmobilstellplatz inmitten von Kurhotels und ergattern den letzten Platz an der Sonne.

Dann hauen wir uns im Bistro sowas von den Ranzen voll, das Highlight sind mit Spinat gefüllte süßen Taschen aus Flädleteig. Sehr lecker und nett, den Wohnmobilstellplatz in Swinemünde empfehle ich wärmsten Herzens.

Mit vollem Magen kehren wir zum Camper zurück und finden plötzlich, dass unser Platz an der Sonne noch nicht optimal ist. Zu dicht an der Straße und zu eng bei den Kurhotels.

Normen schlendert über den Platz und findet einen viel besseren Stellplatz, ruhiger, mehr Morgensonne, versteckter und kuschelig. Also alles wieder eingepackt, Sitze gedreht, umgeparkt, ausgepackt, gemütlich gemacht. Weinchen geschlürft.

Wellness im Molo Aquapark oder Spa Hotel?

Nach dem ersten Gläschen Wein kommt der Tatendrang schon wieder zurück. Wir haben Lust doch noch ein bisschen Wellness zu machen und gehen zum Spa und Wellnesshotel Marisol, welches sich gleich hinter dem Womostellplatz befindet. Auf Google gibt es zahlreiche positive Bewertungen, also nix wie hin. Aber, was erwartet uns, als wir um die Ecke biegen!? Die Treppe zum Eingang ist kaum passierbar da mit Rollatoren zugestellt, hinter der Glasfassade speisen die Insassen des Sanatoriums, ah, sorry, das ist ja gar kein Sanatorium sondern ein Wellness Hotel. Irgendwie betreten machen wir einen kleinen Schritt zurück und schauen uns an. Das Kurhotel ist bestimmt sehr schön und zu empfehlen, es war nur in dem Moment nicht das, was wir uns vorgestellt haben.

Wir gehen nochmal zum Aquapark, man weiß ja nie, vielleicht ist es in der Zwischenzeit günstiger geworden… Aber nein, erneut trifft uns beinahe der Schlag ob der stolzen Preise. Wir suchen auf dem Prospekt nach dem Happy Hour Angebot oder dem Rabatt für Senioren (tjaaaa, den hätten wir ja dann doch gerne in Anspruch genommen, ts ts ts…) alles vergeblich. 3 Stunden Spassbad kosten 26 Euro, die Sauna wird pro Minute mit 0,60 Zloty zusätzlich vergütet. Wir rechnen wie die Weltmeister, diskutieren mit der sehr netten Dame an der Rezeption. Sind unschlüssig, gehen die Treppe wieder hinauf, sind immer noch unschlüssig, gehen die Treppe wieder hinunter. Zahlen letztendlich eine Tageskarte und haben es nicht bereut!

Super Wasser Rutschen! Schöne Sauna, tolles Design, hier kann man gerne wiederkommen.

Beleuchteter Springbrunnen am Baltic Park Molo Aquapark Świnoujście in Swinemünde

Vor dem Baltic Park Molo Aquapark Świnoujście, der vom Wohnmobilstellplatz in Swinemünde keine 10 Minuten Fußweg entfernt ist.

Jetzt sitzen wir platt im Luigi bei Apfelschorle und bitter Schokolade und sind rundum zufrieden.

Ursula im Luigi VW Bus

Was für ein schöner Abschluss unserer Reise durch Polen und das Baltikum.

Und das alles an einem Freitag den 13. bei Vollmond.

Fazit: Nach Swinemünde kann man wieder mal fahren, vielleicht sogar schon an Weihnachten, diesmal mit Aufenthalt im Kurhotel.

Das Ostseebad Swinemünde

Swinemünde oder wie man auf polnisch sagt Swinoujście ist die größte Stadt auf der Insel Usedom. Teile der Stadt liegen auch auf der Insel Wollin. Insgesamt hat Swinemünde ungefähr 40000 Einwohnern. Besonders schön ist der herrliche breite Strand und die sehr schöne Umgebung.
Swinemünde hat in den letzten Jahren viel für Tourismus getan und unter anderem eine neue Promenade gestaltet. Leider werden viele Hotels gebaut so das der ruhige Strand-Charakter mit Waldbestand verloren geht. Eben das Lloret de Mar der Ostsee. Das kann man nun sehen wie man will.

Top 10 Sehenswürdigkeiten in Swinemünde

  • Swinoujscie Beach
  • Promenade
  • Fort Gerhada
  • Lighthouse Swinoujscie
  • Stawa Młyny
  • Western Artillery Fort
  • Park Zdrojowy
  • Breakwaters
  • The Angel’s Fort

Kurorte und Bäder in der Nähe von Swindemünde

Die Nähe zu Misdroy, Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin ermöglicht Ausflüge in diese Bäder. Die Seen und Wälder der beiden Inseln liegen greifbar nah. Kureinrichtungen, Hotels und Pensionen erwarten in Swinemünde ihre Gäste. 

Geschichtliches
Swinemünde  war im 18. Jahrhundert an der Swinemündung (in der Nähe des Dorfes Swina) als preußische Hafenstadt entstanden. Als bedeutendstes  deutsches Ostseebad konnte  sich Swinemünde bis in die vierziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts mit voller Berechtigung „Weltbad“ nennen.  Im Jahr 1945 wurde die Stadt auf Beschluss der Potsdamer Konferenz der 4 Siegermächte des 2. Weltkrieges polnisch. Die deutschen Einwohner hatten die Stadt verlassen müssen. Heute ist S. eine aufstrebende polnische Stadt. Nach der Aufnahme Polens in die EU und der Grenzöffnung im Jahre 2007 können sich die Völker weiter annähern.  Swinemünde hat gute Chancen seinen ehemaligen Status als Weltbad zurück zu gewinnen und in alter Pracht neu zu entstehen.

Besucht Swinemünde!