Alle Artikel in: Reisebericht Baltikum

Wir fahren mit unserem Camper under der park4night App ausgestattet von Berlin nach Estland, Lettlang, Litauen und Polen.

Fieser Urwald im Pape National Park

Der letzte Kitespot vor der Grenze nach Litauen ist in Rucave am Pape Nationalpark. Der Spot ist schwierig, schwere Brandung und starke Strömung, Mich haut’s immer nur vom Brett. Gegen 14:00 Uhr schnappen wir das Fahrrad und wollen eine Rundtour machen, die im „allwissenden“ Reiseführer ausgeschrieben war. Durch dichtesten Urwald, Insekten geplagt, mannshohes hohes Gras und gruseligen Farn kämpfen wir uns voran, immer wieder umkehrend, weil der Trampelpfad plötzlich endet. Wie bitteschön kann man das als Fahrradweg auszeichnen!? Das ist ein echter finsterer und undurchdringlicher Urwald. Überall rotten umgestürzte Bäume vor sich hin, guckt man weiter rein in den Wald wird es irgendwann ganz schwarz und dunkel. Während wir im Slalom den Wildschwein Suhlen weichen, hoffen wir, dass die Bewohner weit weg sind. Später schieben wir das Rad durch tiefen Sand. Nur wer das Abenteuer sucht sollte die Seen bei Pape mit dem Rad umrunden. Aber wir schaffen es. Plötzlich raus aus dem Wald und auf einem endlosen Stoppelfeld. Einmal wieder Kind sein und auf den Strohballen klettern. Nun haben wir erst 20 von den …

Kitesurfen in Pāvilosta, Liepāja und noch ein Spot

So schön es in Kuldīga war, es zieht uns nach dem Bad im Wasserfall wieder ans Meer. Wir suchen den den nächsten Platz mit Strand und günstiger Windrichtung und finden Pāvilosta. Hier gibt es noch ungeteerte Straßen im Dorf, aber das Internet ist immer noch hervorragend. Und was sagt der Wind: komm i heut net komm i morgen…. Es reicht dann doch noch für eine schöne Session am gut geigneten Strand, harmlose Brandung, harmlose Welle, ein paar andere Locals, die Kiten und uns noch Liepāja empfehlen. Einer der besten Wohnmobil-Stellplätze in Lettland Der Stellplatz hinter einer kleinen Stranddüne ist sehr nett und hier steht das liebenswürdigste Plumpsklo, was ich je gesehen habe. Es ist mit duftenden Lavendelbüschel ausgestattet, einem großen Spiegel und kleinen Dekofiguren. Überhaupt sind die hölzernen Plumpsklos viel angenehmer als die widerlichen Dixis hierzulande. Falls ihr also mal vorbeikommen wollt, der Platz heißt wonderlandLV und hat eine facebook Seite. Der Betreiber würde auch ein Cafe betreiben, wenn nicht schon Nachsaison wäre. Ich frage mich wieder, wie man hier mit zweieinhalb Monaten Saison und …

Kuldīga und wieder Meer

Diesen Tipp bekamen wir vom netten Pärchen im Feuerwehrmobil auf dem Sumpfparkparplatz im Sooma Moor. Den Tipp gebe ich gerne weiter, Kuldīga ist einen Abstecher wert. Im Wasserfall baden, der übrigens der breiteste Wasserfall Europas ist, und in der sehr eigenen Altstadt flanieren. Im Gegensatz zu den Horden an Menschen in Tallinn oder Riga war das hier wie eine Geisterstadt. Hin und wieder schlendern jugendliche zu zweit oder dritt umher, sammeln Äpfel auf oder rauchen vor dem Kiosk. Ansonsten an jeder Ecke eine (um 18 Uhr bereits geschlossene) Konditorei ind zwei, lass es drei Restaurants sein. Liegt vermutlich an der Nebensaison, will nicht wissen wie es hier im August zugeht.

Kap Kolka, das Kolkasrags

Am Kap Kolka finden wir am Lands End Hobbit Fasshäuser zum Schlafen. Am Strand sieht es aus wie auf dem Baum Friedhof. Als Windsurfspot weniger geeignet, da der Zugang zum mehr ziemlich weit ist. Kiter wird dies nicht abhalten, und sie können dann zwei Meeren, divi jūras, genießen, oder im gleichnamigen Cafe Divjūrinas sitzen und (leider nur) Filter Kaffe schlürfen. Wir verzichten auf den Kaffee und umrunden das Kap und fahren weiter der Küste entlang. Die katholische Kirche von Kolka, etwas weiter kann man die evangelische Kirche besichtigen. Die Suche nach dem Strand Auf der Karte ist bei Miķeļtornis, (Tārgale parish, LV-3601, Lettland) ein Strand eingezeichnet, der nach aktuellen Windbedingungen günstig wäre, also machen wir uns auf Entdeckungstour. Die laut Google Maps vorhandene Straße entpuppt sich als Holperweg, wie noch nie gehabt, zwar durch eine mal wieder unübertrefflich feenhaften Zauberwald Wald endlich an die weiße Düne, aber unser Luigi, der Van, findet das Gekratze der Äste und die sandige immer weniger werdende Spur nicht so lustig. Den letzten Kilometer zum Strand gehen wir zu Fuß, …

Jūrmala und das Kap Kolka

Raus aus Riga und weiter zum malerischen Seebad Jurmala, wo wir aber nur kurz die Villen anschauen und den Strand für zu Kurortig befinden. Hinter Jūrmala ist die Ostsee Küste bislang am schönsten, sie leuchtet golden in der herrlichen Abend Sonne. Ob wir es heute zum Sonnenuntergang am Meer schaffen? Wir wollen weiter und die ganze Küste des Kap Kolka abfahren. Jūrmala ist ein lettischer Badeort am Rigaischen Meerbusen, etwas westlich von der Hauptstadt Riga. Er ist bekannt für seine hölzernen Jugendstilvillen am Meer, die Sanatorien aus Sowjetzeiten und den langen Sandstrand von Jūrmala. Wir fahren bis Kaltene, dann reichts, nach einem strandspaziergang sind wir müde und schaffen es gerade noch ein paar Fischdosen zu öffnen, Dorschleber und Makrelen Bällchen in Tomatensausse.

Riga

Riga fand ich irgendwie skurril. Es regnete in Strömen und wir beobachtet denn das Stadtgeschehen. Bei der Einfahrt kämpfen wir zum ersten Mal wieder mit Stau und ich bin erstaunt wie schnell unsere Stimmung umschlägt, wir sind genervt. Wir sind die vielen hektischen Menschen nicht mehr gewohnt. Auch verabschiedet sich die umfassende Netz Abdeckung, plötzlich habe ich nur noch E-Netz. In Riga sind fast die Hälfte der Einwohner Russen und Ukrainer. Mal googlen: Schwarz Häupter Orden (siehe Beitragsbild, das crazy Gebäude gehörte dem Orden der Schwarz Häupter) Lustig: Der Style der Mädels mit Falten- und Glocken Rock, Kinder in schwarzen Anzughosen und weiße Hemden, die Mädchen stecken die Haare zu Schnecken auf dem Kopf zusammen. Als der Regen losbricht sitzen wir im Nr1 Alus Krogs und essen Muscheln. Yammi. Nebenan sitzt eine Gruppe Männer, die man getrost den fröhlichen Stadtsäufern zuordnen kann. Sie finden Gefallen an uns und der StadtSäufer hat Normen glatt auf die Schulter geklopft. Wo wir gerade noch im Reiseführer gelesen haben, dass man auf keinen Fall den Letten auf die Schulter …

Moor im Sooma Nationalpark und Meerbusen

Mein erstes Mal im Moor. Ein tolles Erlebnis. Der Sooma Nationalpark ist: Ein Totenmoor, ein Feenwald, Stille, nicht mal Vögel kaum Insekten, still. Still. Still. Und glitschig, wenn man mal abseits des befestigten Holzweges den Fuß ins Moor tunkt. Wie ein Schwamm auf dem moosigen Untergrund. Ich denke an Herr der Ringe, wie Frodo und Sam durch das Moor stapfen. Wir reden über Moor Leichen. So ein Moor kann 20 m tief sein. Immer wieder sieht man Wasserlöcher, in denen ein rotschwarze Brühe steht. Das Verbotsschild bedeutet man darf keinen Kopfsprung machen. Irrigerweise verstehen wir das Schild falsch und denken Baden ist verboten. Dabei wurndern wir  noch warum eine Badeleiter hinab ins Loch hinab führt. Hinterher sind wir traurig dass wir nicht gebadet haben, ich bin es jedoch nur oberflächlich, da ich mich vermutlich nie In diese gruselige Dunkelbrühe gewagt hätte. Wer also mal ein Moorbad nehmen möchte sollte ein ein Handtuch mitnehmen. Man findet diese herrliche Tour auf dem „Biberpfad“, in Riisa, von der Stadt Tori kommend. Der Geruch von Moor Dieser Duft … …

Schild am Autohaus in estnischer Sprache autoteenindus rehvitöökoda

Autofahren im Baltikum

In Estland Autofahren: selbst wenn sie überholen rasen sie an einem vorbei um dann 200 m weiter vorne wieder brav die selbe Geschwindigkeit weiter zu fahren. Sehr entspannt, 90 km/h, max 110, dann rast man schon und niemals wird die Höchstgeschwindigkeit überschritten. In Lettland wird wieder gerast Der Litauer überholt überall, auch innerorts oder auf der schmalen Fußgängerstraße, die zur Parnidis Düne führt . Je näher wir Polen kommen desto Rabaukiger werden die Autofahrer. Im gesamten Baltikum sind an jeder Ecke Blitzer installiert, in Lettland sahen die am modernsten, in Polen und Estland sind es noch richtig alte Kästen.

Saaremaa und Muu

Die kleine Fähre von Hiiumaa nach Saaremaa fährt zweimal am Tag, hier flutscht es nicht ganz so wie vorher, die drei Stunden Wartezeit verbringen wir jedoch mit einer sehr netten Fahrradrunde und einem Einkauf im Coop. Von allen Supermärkten im Baltikum ist mir der Coop am liebsten. Die Einkaufsmöglichkeiten auf den Inseln sind eher gering. Man sollte sich entsprechend mit Vorräten (Wasser und Wein) eindecken. Bilanz nach einer Woche mit dem Kemper unterwegs: drei T-Shirts, ein Rock eine Hose getragen. Auf Saaremaa ging es an den äußersten südlichen Zipfel nach Sääre, wo es auch einen Leuchtturm gibt, den Sõrve Tuletorn. Sehenswürdigkeiten auf Saaremaa Unterwegs besichtigten wir die typischen Windmühlen bei Angla Tuulikud und einen Meteoritenkrater. Große Fahrradtour über Sääre Jämaja Rahuste und Läbara Mit dem Fahrrad fuhren wir am nächsten Tag 50 km über die Insel Nase, die Hälfte davon unwegsame Schotterpiste durch dichten Märchenwald. Auch hier halten wir Ausschau nach Bären, Wölfen und Elchen, werden aber nur mit Schafen belohnt. Wer Einsamkeit sucht ist hier bestens aufgehoben. Die ersten 22 km waren noch voll …

Hiiumaa Surf Paradise und Spinnen Wald

Wir kommen an im Surfers Paradise, das ist an der Westspitze bei Ristna, aber alles ist wie ausgestorben. Ein riesiges Indianer Tipi dominiert den Platz, zwei Container mit einem Haufen Surf Material, eine geschlossene Bar, vier Jetski am Strand und keine Menschenseele weit und breit. Leider auch kein Wind. So überhaupt gar keiner. Wir machen uns auf die Suche nach dem schönsten Wohnmobilstellplatz im äußersten Westen von Hiiumaa.  Beim Ristna Tuletorn (Leuchtturm) befahren wir die Waldwege, grasen sämtliche Stichstraßen im dichten Wald ab und entdecken überall kleine Nischen wo schon das eine oder andere Zelt aufgebaut ist. Sehr einsam alles. Und dann finden wir unser Paradies: Hier kann man es länger aushalten. Auf Hiiumaa, der zweitgrößten Insel Estlands geht es sehr ruhig zu. Im dichten Wald findet man zwar viele Feuerstellen, aber die dazugehörigen Grillmenschen sind weit und breit nicht zu sehen. Im Wald stehen alte heilige Eichen und der Wacholder ist allgegenwärtig. Zwei Drittel der Insel sind mit Wald bedeckt, in dem Elche, Wildschweine und angeblich sogar Bären hausen. Aber zum Wald kommen wir …